das spiel
spiel   Entwurf, LVA Schwaben, Augsburg

das spiel besteht aus vier fußballtoren, sogenannten jugendtrainingstoren nach DFB-norm,
sowie einem runden  spielfeld aus kunssport-rasen mit einem durchmesser von 15 metern,
dessen begrenzungslinien aus weissem  kunstsportrasen bestehen.

mit  vier fußballtoren und einem kreisrundem spielfeld läßt lucia dellefant nicht nur den
fußball rollen, sondern auch unsere gedanken um fel der der kunst,  der gesellschaft,
und der orte, an denen das spiel plaziert wird, kreisen.

vier fußballtore und das runde feld, irritieren den betrachter auf vielfältige weise.
das erwartete spiel ist dies hier nicht, dies  ist jedem so klar  wie die Tatsache, dass
es sich um simple fußballtore handelt. durch die verdoppelung der zahl der tore
ist die frage der spielrichtung, die anzahl der bälle, der mitspieler und gegner
plötzlich ungeklärt.  das spiel fordert die beteiligten auf, die regeln neu zubestimmen
und die  vor- und  nachteile dieser bestimmungen abzuwägen.

mit vier fußballtoren und einem runden spielfeld verwendet lucia dellefant gegenstände
des alltags ( mit einem äußerst hohem symbolgehalt ) nicht im sinne der  readymades,
die sie zu musealen kunstobjekten deklarieren, und einer benutzung entziehen würden,
sondern stellt diese  explizit zur nutzung in den öffentlichen raum.

so werden die neudefinition der spielregeln zwischen den am spiel beteiligten ebenso
wie die sportliche aktion am spielfeld zu momenten der  kunst lucia dellefants.
sie regt mit ihrem werk  das spiel  alle nutzer, mitarbeiter und besucher der LVA zu
diskussionen und abstimmungen über das spiel an, dessen regeln uns aus aktivem
oder passivem sportgenuß so wohl vertraut sind. damit zeigt sie auf ironische art  wie mit       
leicht veränderten rahmenbedingungen ganz andere entscheidungsmöglichkeiten auftreten.
einsachverhalt der nicht zufällig an die diskussionen über chancen und risken des
versicherungswesens erinnert.

die intervention besteht somit in der tatsache, daß mit einem  minimalem eingriff ein zur
benützung freies objekt geschaffen wird, dessen bedeutung in seinem kommunikations-
potenzial liegt. somit realisiert lucia dellefant interaktivität der beteiligten spieler und zuseher,
als zentrales  motiv ihres künstlerischen wollens.